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Aktualisiert  
10. September  2010




Seltener Vogel oder richtiger, selten so nah gesehener Vogel

Am 22. Mai 2009 ist leider wieder ein Vogelchen gegen die Balkontüre geprallt obwohl diese mit Greifvogelbildern bestückt ist und auch bunte Fähnchen dran wehen. Als ich in die Küche ging, sah ich den Kleinen auf dem Rücken am Boden liegen und glaubte zuerst, er wäre bereits tot. Schnell bemerkte ich dann aber, dass er sich noch bewegte, nahm ihn schnell auf und brachte ihn in der Hand in eine stabile Atemposition. Hier war natürlich auch die Gelegenheit, ihn näher zu betrachten und auch die Kamera zu holen.
Sofort fiel der sehr kräftige Schnabel auf und die äußerst spitzen und kräftigen Füßchen. Nach einer Weile hatte er sich gut erholt und ließ mich schmerzhaft wissen, dass es nun an der Zeit ist, ihn wieder loszulassen. Zuerst packten die Füßchen an meinen Fingern kräftig zu, danach machte ich noch Bekanntschaft mit einem sehr stabilen Schnabel, d.h. das kleine Dingelchen zwackte herzhaft zu.
Setzte ihn dann auch schnell auf das Balkongeländer. Dort gab mir die junge Dame (wie mir ein Vogelexperte erklärte) noch die Gelegenheit, ein paar Fotos so ganz aus der Nähe zu machen. Ein wunderschönes Tier !

Diese Vogelart trägt die eher unschönen Namen
 Neuntöter * Rotrückenwürger * Dorndreher

Den Namen bekam er durch den eher bei Singvögeln ungewöhnlichen Umgang mit der Nahrung. Sowohl im Flug wie auch am Boden erbeutet der Neuntöter seine Nahrung, bei der es sich um Heuschrecken, Käfer, andere Insekten aber auch um junge Mäuse und auch ab und an um Jungvögel handelt. Vorallem die größeren Beutetiere werden auf Dornen und Stacheln aufgespießt, zum einen als eine Art Vorratshaltung, zum anderen auch für ein einfacheres Zerlegen der Beute.
Sein Bestand wird als abnehmend bezeichnet.

Wir haben das Glück, wie ich gestern gesehen habe, dass der Neuntöter hier bei uns im Knöterich am Balkon sein Gelege hat. Ein Knöterich ist nicht immer eine Freude da er wirklich enorm und wild wuchert, für die verschiedenen Vogelarten aber ist er eine große Bereicherung und wird gerne zur Aufzucht vom Nachwuchs benutzt. Nicht umsonst sage ich immer, es ist die größte und schönste Voliere der Welt.

Hier ein paar Bilder von diesem wirklich wunderschönen kleinen Vogelchen

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Bewußt hatte ich hier noch nie einen gesehen. Ein wundervolles Erlebnis mit einem guten Ausgang. Er flog unversehrt davon.