Für meinen Berner-Engel Eiko
Heute am 23. Dezember 2004 hätten wir
Deinen
8. Geburtstag gefeiert.
Das Schicksal wollte es anders denn du
bist am
27.01.2004 über die Regenbogenbrücke gegangen.
Es ist seitdem
kein einziger Tag vergangen an dem
ich nicht an dich und unsere wunderschöne
Zeit
gedacht habe.
.... wie alles begann
7 Tage warst du alt als wir dich das erste Mal gesehen haben - schon
an diesem Tag war es Liebe auf den ersten Blick.
Schon die erste
Berührung hatte etwas Vertrautes und war der Beginn für eine sehr innige,
einzigartige Freundschaft zwischen einem Berner und seinem
Frauchen.
... deine Jugend
Ja, auch du warst in jungen Jahren ein kleines Teufelchen, du hattest
ein riesiges Herz für alles was 2, 4 oder aber auch mehr Beine hatte.
Du
warst so ein freundlicher, ausgeglichener, lieber Hund und bist es bis zu
deinem letzten Tag geblieben.
Unbekümmert bis du aufgewachsen,
hattest uns und deine Tierfreunde - du hast dein Leben
genossen.
... der erfahrene Berner
Nach Sam' s Tod war es an dir, den kleinen Camillo zu beschützen und
zu erziehen. Das hast du mit Bravour getan.
Du hast deine Kaninchen,
deine Katzen, Camillo, Herrle und Fraule beschützt.
Dein Herz kannte
keinen Argwohn und keine List. Du hattest immer ein fröhliches und
aufgeschlossenes Herz in deiner Brust.
... erste schlimme Erfahrungen
Am 12. Oktober 2001 hattest du mitten in der Nacht eine
Magendrehung.
Der Weg zum Tierarzt und dann in die Tierklinik war
die Hölle für dich und für uns.
Nachdem die Operation ein paar Stunden
dauerte, wurden wir aufgefordert nach Hause zu fahren, man würde uns
sofort anrufen, wenn es überstanden ist.
Schon auf dem Weg nach Hause
wußte ich, daß du es schaffen wirst. Es war wie eine telepathische Leitung
zwischen dir und mir und ich wußte ich kann dir die Kraft schicken, damit
du um dein Leben, und für uns, kämpfst.
Du warst da fast 5 Jahre alt und hast
alles überstanden. Nach diesem Ereignis dachte ich, jetzt haben wir
etwas Schlimmes zusammen gemeistert und wir werden noch sehr viele
wunderbare Jahre vor uns haben.
An diesem Tag begann dein zweites
Leben.
... danach
Die Zeit danach wurde noch
intensiver, noch mehr Verbundenheit und Vertrautheit stellte sich
ein. Wir beide konnten ohne Worte miteinander reden, jeder verstand den
anderen blind.
Habe mich oft gefragt ob das
"normal" ist - ich weiß es bis heute nicht. Aber, es war wunderschön und
bisher einzigartig.
Niemand hat es verstanden wenn ich von einer
einzigartigen, kaum beschreibbaren Verbundenheit zwischen Mensch und
Tier gesprochen habe - viele dachten "die spinnt doch, es ist doch nur ein
Hund"
Menschen die so denken oder dachten, haben eine wertvolle Erfahrung
in ihrem Leben noch nicht gemacht - die Liebe eines Tieres zu besitzen.
...ein rabenschwarzer Tag, Samstag, 24. 01.
2004
Oft denke ich an unsere letzten Wochen.
Am 30.12.2003 haben wir uns
mit Claudia, Armin und ihren Bouviers in Donauwörth zum Spaziergang
getroffen.
Es war ein wunderschöner Tag den wir alle sehr genossen
haben. Am Abend als wir heimgefahren sind, warst du sehr sehr müde -
normal, so dachten wir, war anstrengend und ermüdend.
In den folgenden
Tagen hattest du nur sehr wenig bis gar keinen Appetit und warst ein
bißchen abgeschlagen. Ich machte die fehlenden Meisenknödel dafür
verantwortlich denn ich dachte du hast sie mal wieder aufgefuttert und
das viele Fett setzt dir so zu.
Es kam ab und zu etwas Durchfall hinzu;
mal warst du fit, am anderen Tag wieder weniger. Zuerst dachte ich noch
es sei eine kleine Unpäßlichheit, aber im Laufe der Zeit sagte mir mein
Unterbewußtsein und auch du, nein, es ist
was anderes.
Am 24.01.2004
wollten wir dann zum Spaziergang aufbrechen. Wir kamen nur ein paar Meter
und ich sagte zu Herrle, daß wir umdrehen und zu Hause
auf sie warten. Es
ging dir nicht gut, du warst sehr schlapp und müde.
Wenige Stunden später
haben wir dann in der Tierklinik die schreckliche Diagnose erhalten -
ein Tumor an der Leber.
Aufgrund des Krankenbildes wurde uns gesagt
daß du nur noch wenige Tage oder vielleicht auch Wochen bei uns sein
wirst - eine Heilung kann es nicht geben.
Wir wurden vor die Entscheidung
gestellt, dich gleich gehen zu lassen oder wieder mit nach Hause zu
nehmen und in Ruhe Abschied zu nehmen.
Es wurde uns versichert, daß du
keine Schmerzen hast und haben wirst, aber jeden Tag schwächer sein
wirst und irgendwann dein kleines, liebes
Herz zu schlagen aufhören
wird.
....der Abschied
Dein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide von Stunde zu
Stunde.
Wir waren uns einig, leiden soll unser Eiko nicht und er soll in
Würde und noch
fähig auf eigenen Beinen zu stehen, über die
Regenbogenbrücke gehen.
Wir hatten vorgesehen, den Tierarzt am Montag
Nachmittag zu holen,
Herrle hat auch Urlaub genommen um von dir Abschied
zu nehmen.
Aber am Montag ging es nicht. Ich habe so geklammert. Es war
da auch
ein Fünkchen Hoffnung da, vielleicht ist es ja auch alles nur ein
böser Traum.
Den Dienstag Vormittag verbrachten wir beide alleine.
Spätestens hier war die Realität wieder da - ich sah in deine Augen und
ich wußte, alles, alles was du tust, tust du nur wegen mir. Um mir nicht weh
zu tun, um noch ein bißchen bleiben zu können.
Aber, dein Leben, deine
Fröhlichkeit war zu Ende. Nur deine Liebe hielt dich
noch am
Leben.
Wir gingen am Nachmittag zusammen zum Anfang der
Regenbogenbrücke und nicht nur wir, sondern auch du, haben geweint. Du
wolltest noch nicht gehen, aber es war die Zeit dazu.
In den Minuten in
denen du von uns, dieser Welt, gegangen bist, ging ein Teil von mir
mit. Es war ein Gefühl der Ohnmacht und Leere, aber auch unendlicher
Liebe.
Ich hatte kein schlechtes Gewissen dir gegenüber, ich wollte
daß mein Freund nicht leidet und es wäre nur menschlicher Egoismus
gewesen, diesen Schritt nicht genau an diesem Tag mit dir zu
gehen.
... Zeit nach dem Abschied
Als der Tierarzt gegangen war, nahmen alle von dir Abschied. Camillo
hat richtig geweint als er an dir schnupperte, die Kater waren den
ganzen Tag nicht mehr zu sehen.
Am nächsten Tag stand Camillo im Garten -
er hat geheult wie ein Wolf, er hat dich gerufen und dir auf Wiedersehen
gesagt.
Dein Freund Balou vermißte dich so schmerzlich, daß er nichts
mehr essen wollte - er wollte dir folgen - auch für ihn warst du der beste
Freund !
Die folgenden Tage sind kaum zu beschreiben, sie verliefen
für mich wie in Trance.
Für andere Menschen warst du "nur" ein Hund,
für uns warst du ein Freund,
ein Freund nachdem man lange suchen
muß.
Erschreckend waren die Reaktionen in unserem Umfeld und auch
teilweise in der Verwandtschaft - niemand hat verstanden warum man um einen
Hund weinen kann. Ich/wir haben es getan und tun es immer
noch.
... Heute
Heute, fast ein Jahr danach weiß ich, daß ich alles für meinen Freund
getan habe, was ich tun konnte.
Ich habe sein Andenken weiterleben
lassen, ich habe auf das Herrle und auf mein Herz gehört und einer neuen
Bernerliebe das Herz geöffnet.
Ein Herz ist groß und ein Herz wird
nie vergessen was ihm entgegengebracht
wurde - unendliche Treue, Liebe und
Vertrauen.
Ich weiß daß es dir wo du jetzt bist gut geht. In meinen
Gedanken sehe ich einen fröhlichen Eiko der mit meiner Mama, meiner Oma,
Timmy, Buzl, Dino, Florian, Bärle und Sam über grüne Wiesen läuft und mit
erwartungsvollen
Augen, kräftigen Wedlern geduldig auf den Tag wartet an
dem es ein Wiedersehen gibt.
In unseren Herzen lebst du weiter,
vergessen werden wir dich nie.